Islands Südküste mit dem Auto erkunden: Ein praktischer Leitfaden zu Wasserfällen, Stränden und Parkplätzen
Wenn Sie eine Fahrt entlang Islands Südküste planen, hier die Kurzfassung: Es ist eine der einfachsten Autostrecken des Landes, aber auch eine der tückischsten, bei der man leicht etwas falsch machen kann, wenn man sie wie eine Checkliste abarbeitet. Ja, die Wasserfälle liegen nah an der Straße. Ja, die Strände sind atemberaubend. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch nicht darin, Sehenswürdigkeiten zu finden, sondern zu wissen, wann man anhält, wo man parkt und wann man weiterfährt. Wir sind diese Strecke schon unzählige Male gefahren. Bei perfektem Sommerlicht. Bei strömendem Regen. Die Südküste belohnt diejenigen, die locker planen, aber pragmatisch denken.

Wie das Autofahren an der Südküste tatsächlich ist
Auf der Karte wirkt die Südküste harmlos. Eine sanfte Linie entlang der Ringstraße, gespickt mit berühmten Namen. In Wirklichkeit ist es ein ständiges Tauziehen zwischen Lebensfreude und Verlockung.
Sie fahren fast die gesamte Strecke auf der Route 1. Dieser Teil ist einfach. Die Straße ist asphaltiert, gut ausgeschildert und im Allgemeinen gut befahrbar.
Der schwierigere Teil ist psychologischer Natur. Alle zehn Minuten taucht etwas Neues am Horizont auf. Ein Wasserfall. Ein Stück schwarzer Sand. Ein Parkplatz, der nicht auf deiner Liste stand.
Das ist es, was die meisten Ratgeber verschweigen:
Sie müssen nicht überall anhalten, und Sie sollten es auch nicht versuchen.
Bevor du loslegst: Entfernung lügt, Wind nicht.
Reykjavík nach Vík scheint kurz zu sein. Von Reykjavík nach Jökulsárlón sieht es auch nicht so schlecht aus. Vertraue diesem Instinkt nicht.
Die Fahrzeiten verlängern sich aufgrund von:
- Häufige Stopps (geplant oder ungeplant)
- Wind, der alles verlangsamt
- Parkplatzmangel an beliebten Orten
Der Wind ist vor allem ein unberechenbarer Faktor. Wir haben schon erlebt, dass ruhige Morgenstunden sich bis Mittag in nervenaufreibende Fahrten verwandelten. Wenn die Wettervorhersage unsicher ist, sollten Sie früh losfahren. An der Küste ist es ruhiger, bevor die Touristenbusse richtig loslegen.
Wasserfälle, für die es sich lohnt anzuhalten (und wie man dabei parkt)
1 – Seljalandsfoss: Der berühmte Wasserfall und die schöneren in der Nähe
Jeder hält am Seljalandsfoss an. Und ehrlich gesagt, sollte man das auch tun. Er ist beeindruckend, besonders wenn das Licht richtig darauf fällt.
Parken ist gebührenpflichtig und deutlich ausgeschildert. Versuchen Sie nicht, sich in eine Parklücke am Straßenrand zu quetschen. Das führt nur zu Bußgeldern und Ärger.
Hier ein kleiner Tipp: Gehen Sie über den Hauptwasserfall hinaus. Die kleineren Wasserfälle in der Nähe werden oft übersehen, sind ruhiger, stimmungsvoller und authentischer für Island. Weniger Besucher, weniger Lärm, ein lohnender Anblick.
2 - Skogafoss
Der Skógafoss gibt sich nicht dezent. Er ist laut, breit und ungeniert. Der Parkplatz ist groß, aber er füllt sich schneller als erwartet.
Wer Regenbögen erleben möchte, sollte mittags kommen. Wer Ruhe sucht, ist früh oder spät dran. Die Treppe neben dem Wasserfall sieht harmlos aus, ist es aber nicht. Die Aussicht ist die Mühe wert, aber planen Sie genügend Zeit und Atempausen ein.
Hier sind 30 Minuten genau richtig. Länger dauert es nur, bis man sich durch die Menschenmassen kämpft.
3 - Kvernufoss
Kvernufoss liegt ruhig in der Nähe von Skógafoss und wird trotzdem irgendwie übersehen. Der Parkplatz ist kleiner und informeller, und der kurze Fußweg sorgt dafür, dass die Besucher schnell wieder weg sind.
Meiner Erfahrung nach fühlt sich die Südküste hier wieder persönlich an. Der Wasserfall schlängelt sich nach innen, das Rauschen wird leiser, und plötzlich ist man nicht mehr von Kameraklicks umgeben. Wenn Sie nur einen kleinen Umweg machen, dann sollte es dieser sein.
4 - Der Canyoning-Experte
Gljúfrabúi sieht auf Fotos magisch aus. In Wirklichkeit ist es eine enge Schlucht, die sich am späten Vormittag zu einem Flaschenhals verengt.
Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Fußgänger stauen sich schnell. Wenn Sie ankommen und es chaotisch wirkt, meiden Sie diesen Ort. Er ist ein klassisches Beispiel für einen Ort, der besser leer oder gar nicht besucht wird.
Strände an der Südküste: Respektiert den Wind
1 – Schwarzer Sandstrand von Reynisfjara
Reynisfjara ist atemberaubend. Es ist aber auch gefährlich, wenn man es unterschätzt.
Das Parken ist gebührenpflichtig und organisiert, was hilfreich ist. Was jedoch nicht hilft, ist, dass viele die Kraft des Ozeans unterschätzen. Brandungswellen sind real, unberechenbar und unerbittlich. Wenn das Meer wütend aussieht, ist es das wahrscheinlich auch.
Optimale Bedingungen? Klares Wetter, mäßiger Wind und genügend Abstand, um trocken zu bleiben. Bei starkem Wind und aufgewirbeltem Sand sollten Sie es lieber lassen. Der Strand bleibt ja schließlich da, wo er ist.
2 - Kleinere Küstenparkplätze
Entlang der Küste gibt es weniger bekannte Stellen, an denen die Straße nahe ans Meer heranführt. Hier geht es oft mehr um die Atmosphäre als um die Erkundung selbst.
Kurzer Stopp. Ein paar Fotos. Schnell wieder ins Auto, bevor der Wind die Tür wegreißt.
Parken an der Südküste: Wo Menschen Fehler machen
Das Parken überrascht die Leute hier. Nicht weil es kompliziert ist, sondern weil es streng kontrolliert wird.
Erwarten:
- Gebührenpflichtige Parkplätze an wichtigen Haltestellen
- App-basierte Systeme oder Ticketautomaten
- Klare Beschilderung (auch wenn einem die Regeln nicht gefallen)
Häufige Fehler, die die meisten Menschen machen:
- „Nur fünf Minuten“ ohne Bezahlung
- Parken auf dem Seitenstreifen
- Fehlende Hinweisschilder an stark frequentierten Haltestellen
Die Strafen summieren sich schnell. Das Risiko lohnt sich nicht.
Wie man einen Fahrtag an der Südküste plant
Die Planung für eine Autofahrt entlang der Südküste sollte einfach sein. Am besten geht man so vor:
- Nicht mehr als 4–5 größere Haltestellen
- Ein Strand, nicht drei
- Ein längerer Zwischenstopp, an dem die Zeit keine Rolle spielt
Die Strecke von Reykjavík nach Vík lässt sich an einem Tag gut bewältigen, wenn man es nicht überstürzt. Die Tour von Reykjavík zur Gletscherlagune in einem Rutsch ist zwar möglich, aber anstrengend. Teilen Sie die Strecke daher nach Möglichkeit auf. Ihre Konzentration (und Ihre Stimmung) werden es Ihnen danken.
Tanken Sie, sobald Sie Tankstellen sehen. Dasselbe gilt für Essen. Die Ortschaften werden schneller dünner, als Sie denken.
Fehler, die das Erlebnis ruinieren
Ich habe einige davon selbst hergestellt:
- zu viele Haltestellen in den Tageslichtraum packen
- Windwarnungen ignorieren
- Ich fahre müde, weil ich denke: „Wir sind fast da.“
- Parkregeln als Empfehlungen behandeln
Die Südküste ist nicht schwierig. Sie verlangt nur Respekt.
Warum ein Mietwagen diese Route ermöglicht
Die Touren umfassen die Südküste. Sie hetzen dabei auch nur im Eiltempo.
Selbst fahren bedeutet:
- Abreise bei Wetterumschwung
- Überfüllte Haltestellen auslassen
- Länger bleiben, wenn es passt.
Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, ist die Nutzung eines lokalen Mietwagenanbieters wie MyCar von Vorteil – nicht wegen auffälliger Extras, sondern weil diese Anbieter die isländischen Gegebenheiten, die saisonalen Unterschiede und die Besonderheiten des Fahrens an der Küste kennen. Dieses Wissen macht sich oft bemerkbar, wenn sich Pläne ändern.
An der Südküste geht es nicht um Geschwindigkeit.
Manche Leute betrachten diese Fahrt wie eine Highlight-Show. Wir raten davon ab.
Die Südküste erlebbar am besten, wenn man sie einfach auf sich wirken lässt. Halten Sie inne, wenn etwas Ihre Aufmerksamkeit fesselt. Überspringen Sie, was Sie nicht interessiert. Akzeptieren Sie, dass Sie nicht alles sehen werden, und das ist völlig in Ordnung.
Der Weg ist Teil des Erlebnisses, und manchmal ist er sogar der beste Teil.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Autofahrt entlang der isländischen Südküste für Erstbesucher geeignet?
Ja, und genau das macht einen Teil ihres Reizes aus. Die Südküste folgt fast vollständig der Ringstraße mit ihren asphaltierten Straßen und der klaren Beschilderung. Die Herausforderung liegt weniger im Fahren selbst, sondern vielmehr im Umgang mit Wind und Wetterumschwüngen und darin, zu wissen, wann man anhalten sollte, anstatt jede Sehenswürdigkeit im Eiltempo abzuklappern.
Wie viel Zeit sollte ich für einen Roadtrip an der Südküste einplanen?
Planen Sie mindestens einen vollen Tag für die Fahrt von Reykjavík nach Vík ein. Wenn Sie die Gletscherlagunen erreichen und die Wasserfälle in Ruhe genießen möchten, sind zwei Tage deutlich realistischer. Die Entfernungen sind zwar kurz, aber die vielen Zwischenstopps summieren sich schnell.
Muss ich an den Sehenswürdigkeiten der Südküste Parkgebühren bezahlen?
Ja, an vielen beliebten Wasserfällen und Stränden gibt es mittlerweile gebührenpflichtige Parkplätze. Die Bezahlung erfolgt in der Regel über Automaten oder mobile Apps, und bei Nichtbeachtung, selbst bei kurzen Stopps, drohen Bußgelder.
Ist es sicher, Strände an der Südküste wie Reynisfjara zu besuchen?
Ja, solange man die Bedingungen beachtet. Brandungswellen sind unberechenbar und der Wind kann stark sein. Beachten Sie die Warnhinweise, halten Sie Abstand zum Ufer und verlassen Sie den Strand, wenn Sie sich unsicher fühlen.