Braucht man in Island wirklich einen Geländewagen? (Routen, Straßen und Kosten erklärt)
Ein Geländewagen wirkt in Island verlockend: große Reifen und hohe Sitze. Doch für viele Touren ist er nicht nötig. Das richtige Auto hängt von den geplanten Straßen ab. Mit dem falschen Fahrzeug verschwenden Sie womöglich Geld oder bleiben stecken. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen – mit Routen, Straßentypen und Kosten.

Die schnelle Antwort, die Geld spart
Ein normaler Pkw mit Zweiradantrieb ist im Sommer für die meisten bekannten Sehenswürdigkeiten ausreichend. Dazu gehören der Goldene Kreis, die Südküste und große Teile der Ringstraße. Diese Strecken verlaufen größtenteils auf asphaltierten Straßen und weisen nur wenige Kurven auf.
Ein Allradfahrzeug ist unerlässlich, wenn die Reise über unbefestigte Bergstraßen in den Highlands führt. Diese Straßen sind unwegsame Pisten, auf denen Fahrzeuge mit Zweiradantrieb nicht zugelassen sind. Steht eine solche Straße auf dem Programm, ist die Entscheidung bereits gefallen.
Islands Straßen in einfachen Worten
Befestigte Straßen: leichter Untergrund, raues Wetter
Die Hauptverkehrsstraßen sind in einem guten und normalen Zustand. Die Ringstraße (Route 1) umrundet das Land und ist über weite Strecken asphaltiert. Die übliche Höchstgeschwindigkeit auf asphaltierten Landstraßen beträgt 90 km/h.
Wind kann das Auto seitlich wegdrücken, besonders auf freiem Feld und Brücken. Fahren Sie bei Windböen langsamer als die Geschwindigkeitsbegrenzung vorgibt und halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
Schotterstraßen: Für Zweiradantrieb geeignet, sofern man sie beachtet.
Außerhalb größerer Städte findet man oft Schotterstraßen. Sie können eben und breit sein, aber auch Schlaglöcher und scharfe Steine verbergen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt häufig 80 km/h, langsamer fahren ist jedoch sicherer.
Halten Sie ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen. Umherfliegende Steine können den Lack beschädigen oder die Scheibe zum Zerspringen bringen.
F-Straßen: Hier gelten die 4x4-Regeln.
Die F-Straßen führen ins Hochland. Sie sind nur im Sommer geöffnet und können aufgrund des Wetters schnell wieder gesperrt werden. Diese Straßen können steil, steinig und voller tiefer Schlaglöcher sein.
Manche F-Straßen führen über Flüsse ohne Brücke. Ein falscher Fahrzug kann den Motor innerhalb von Sekunden absaufen lassen. Ein Allradfahrzeug ist hilfreich, aber vorsichtiges Fahren ist noch wichtiger.
Strecken, auf denen ein Zweiradantrieb ausreicht
Goldener Kreis: Kein Upgrade erforderlich
Der Golden Circle ist für Besucher angelegt. Die Straßen sind asphaltiert und leicht zu befahren. Parkplätze können zwar voll sein, aber die Fahrt selbst ist unkompliziert.
Ein Kleinwagen ist hier ideal. Mit einem Geländewagen können Sie auf dieser Strecke keine zusätzlichen Haltestellen freischalten. Sparen Sie das Geld lieber für Essen, Thermalbäder oder einen längeren Aufenthalt.
Südküste: Großartige Sehenswürdigkeiten, stressfreie Straßen
Die Südküste bietet atemberaubende Ausblicke bei geringem Verkehrsaufkommen. Wasserfälle, Klippen und schwarze Sandstrände liegen in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße. Die Fahrt verläuft den Großteil des Tages angenehm.
Einige kurze Zufahrtsstraßen zu Parkplätzen können unbefestigt sein. Das ist mit einem Zweiradantrieb bei langsamer Fahrt kein Problem. Die größere Gefahr geht vom Wind in Küstennähe und vom schnell aufziehenden Nebel aus.
Ringstraße im Sommer: auch ohne großen SUV machbar
Viele Besucher befahren die Ringstraße im Juni, Juli oder August mit einem normalen Pkw. Die Straße ist größtenteils asphaltiert, mit einigen kurzen Schotterabschnitten. Sie müssen mit schmalen Brücken und Steigungen rechnen.
Entscheidend ist die richtige Fahrzeit. Planen Sie kürzere Fahrtage und machen Sie häufig Pausen. Pausen halten Sie konzentriert, und aufmerksame Fahrer erkennen Gefahren frühzeitig.
Wann ein Geländewagen die richtige Wahl ist
Highlands und F-Straßen: erforderlich, nicht „nice to have“
Die Highlands sind abgelegen und stellen eine Herausforderung für Autos dar. Die F-Straßen erfordern ein Fahrzeug, das für unebenes Gelände und loses Gestein ausgelegt ist. Ein normales Auto kann sich den Unterboden aufsetzen oder in tiefem Schotter die Haftung verlieren.
Höhere Bodenfreiheit ist hier wichtig. Falls die Route auch Fahrten durchs Landesinnere beinhaltet, buchen Sie unbedingt einen Geländewagen und beachten Sie die Verkehrsschilder.
Autofahren im Winter: Mehr Grip, aber keine Abkürzungen
Der Winter bringt Schnee, Eis und Stürme mit sich. Ein Allradfahrzeug hilft Ihnen, auf glatten Straßen weiterzufahren und gibt Ihnen mehr Sicherheit im Schneematsch.
Geschwindigkeit entscheidet über Sicherheit. Ein Geländewagen kommt auf Eis nicht schneller zum Stehen. Bei schlechter Wettervorhersage ist es möglicherweise am sichersten, die Fahrt anzuhalten und abzuwarten.
Was ein Geländewagen wirklich kostet
Ein Geländewagen kostet in der Regel mehr pro Tag als ein Kleinwagen. Der Preisunterschied mag sich für einen Tag noch akzeptabel anfühlen, kann aber über eine ganze Woche hinweg zur Belastung werden. Mit dem zusätzlichen Geld ließen sich Ausflüge, Mahlzeiten oder bessere Unterkünfte finanzieren.
Auch die Treibstoffkosten steigen. Größere Autos sind schwerer und verbrauchen mehr Treibstoff, insbesondere bei Gegenwind.
Versicherungen können eine weitere Kostenfalle sein. Kies erhöht das Risiko von Steinschäden, und Wind kann Türen verbiegen, wenn sie ruckartig aufschwingen. Prüfen Sie daher immer genau, was Ihre Police abdeckt, bevor Sie bezahlen.
Die Autovermietung kann Ihnen den Tag retten
Ein guter Mietwagenanbieter ist genauso wichtig wie das Fahrzeug selbst. Achten Sie auf neuere Fahrzeuge, klare Regeln und schnellen Support bei Planänderungen.
MyCar ist ideal für diese Art von Reise. Sie konzentrieren sich auf Neuwagen oder Fahrzeuge mit geringer Laufleistung, bieten leistungsstarke Allradfahrzeuge und einen 24-Stunden-Kundenservice. Die Abholung ist sowohl in Keflavík als auch in Reykjavík möglich, was An- und Abreise erleichtert.
Endgültiges Urteil
Ein Geländewagen ist nicht für jede Islandreise notwendig. Er eignet sich jedoch gut für die F-Straßen im Hochland und für viele Winterpläne. Auch auf unbefestigten Schotterpisten bietet er mehr Komfort, doch riskante Geschwindigkeiten lassen sich damit nicht vermeiden.
Für Fahrten entlang des Golden Circle, der Südküste und der sommerlichen Ringstraße reicht oft ein normaler Pkw völlig aus. Wählen Sie zuerst die Route, dann das passende Auto. Falls die Strecke geländegängigere Fahrzeuge erfordert, empfiehlt sich ein Allradfahrzeug von einem Anbieter wie MyCar, der seine Flotte stets aktuell hält und einen guten Kundendienst bietet.
Häufig gestellte Fragen
Ist für die Fahrt auf der Ringstraße in Island ein Allradfahrzeug erforderlich?
Nein. Im Sommer ist die Ringstraße größtenteils asphaltiert und kann bei guten Wetterbedingungen auch mit einem normalen Pkw mit Zweiradantrieb befahren werden.
Sind F-Straßen für normale Pkw zugelassen?
Nein. F-Straßen sind Bergstraßen, und nach isländischem Recht sind auf ihnen nur zugelassene Allradfahrzeuge erlaubt.
Macht ein Allradfahrzeug das Fahren im Winter völlig sicher?
Nein. Ein Allradantrieb verbessert zwar die Traktion, aber Eis, Wind und schlechte Sichtverhältnisse erfordern dennoch langsames und vorsichtiges Fahren.
Lohnt sich der Aufpreis für einen Geländewagen für kurze Strecken?
Nur wenn die Route über F-Straßen oder im Winter befahren wird. Für die wichtigsten Touristenrouten im Sommer reicht in der Regel ein Pkw mit Zweiradantrieb aus.